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Nitrit und Kochsalz

Es entsteht dem Anschein nach in der Vorstellung des Hobbyhalters stets das Bild, daß Nitrit, bzw. seine Giftwirkung durch eine Kochsalzzugabe ausgehebelt werden kann, da es nicht mehr über die Chlorid-Zellen der Kiemen aufgenommen würde. Dem ist aber nicht so, es entsteht lediglich eine Konkurrenz, die Aufnahme kann damit aber nicht vollständig ausgeschlossen werden, ebenso besteht die Schadwirkung nicht nur in der Beeinflussung der roten Blutkörperchen, an den Kiemen selber entstehen Schäden (Hyperplasie und ggf. “Verschmelzung” der sekundären Lamellen), welche ebenfalls die Aufnahme von Sauerstoff und weitere physiologische Vorgänge behindern und in einzelnen Organen kann schädigender Sauerstoffmangel ausgelöst werden.

Die Giftwirkung ist artverschieden, es hängt insbesondere davon ab, ob der Fisch das Nitrit wirklich aktiv aufnimmt, was bei Sonnenbarschen nicht der Fall sein soll und ihn somit relativ unempfindlicher macht. Das Nitrit kann aber auch jenseits der Kiemen Zellgewebe direkt schädigen.

Grundsätzlich muss also das Aufkommen dieses vermeidbaren Giftes verhindert werden, durch nachhaltige Wartung des Haltungssystemes.

Im akuten Ernstfall sehen einige Verfasser Kochsalz-Zugaben vor, die über die hier bereits angegebenen Minimal-Dosen hinausgehen. Noga (2000) empfiehlt für Welsteiche einen Zusatz von mindestens 20mg Cl-/L und führt aus, daß diese Konzentration auch bereits in vielen natürlichen Gewässern zu finden ist. Anhand eigener Untersuchungen bei Welsen und Schleien in Kreislauf-Systemen gehen Svobodova et al. (2005) allerdings von mindestens 100mg Cl-/L aus.

Auch bei Nitrit zeigt sich wie wichtig eine ordentliche Fischernährung ist, so kann Vitamin C eine sehr positive Wirkung gegen die Oxidierung der roten Blutkörperchen haben.

Weiteres hierzu:
Nitrit-Prophylaxe mit Kochsalz

Autor: FIBERI
Datum: Dienstag, 17. März 2009 17:06
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Fischpathologie

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Ein Kommentar

  1. 1

    Im aktuellen Tagungsband zur Tagung der European Association of Fish Pathologists (EAFP) 2008 in Jena referieren Neuhaus u.a. dazu, daß verschiedene Zierfischarten unterschiedliche Extremwerte für Nitrit vertragen und Kochsalz bei manchen keine Therapie, sondern eine zusätzliche Stressung darstellen sollen.

    Ein interessanter Ansatz, leider fehlen hier eine ordentliche Varianzanalyse und Signifikanzprüfung, die hoffentlich nur in der Zusammenfassung vergessen und nicht grundsätzlich ausgelassen wurden, sonst wäre es traurig, wenn auf unwissenschaftliche Weise, die uns hier sonst erscheinen würde, ca. 2600 Fische sinnlos getötet/gequält wurden. Den erklärten Anspruch zu prüfen, ob die Grenze von 0,1 mg Nitrit/L in gängiger Literatur als bedenklich, bzw. fischtoxisch angesehen werden kann, sehen wir ebenfalls als fragwürdig.

    Grundsätzlich gilt aus fischgesundheitlicher Sicht, daß ein Nitrit-Wert von 0 anzustreben und prinzipiell auch zu erreichen ist, somit stellt sich die Frage und die Notwendigkeit von Tierversuchen gar nicht!

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